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② Glavinic Kolumne

Betreutes Wohnen TEIL 115

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Wer das Leben überleben will, darf nie vergessen, dass er seiner Neugier etwas schuldig ist, also heißt es neugierig sein oder neugierig werden und dann neugierig bleiben. Ich bleibe niemandem auf Dauer etwas schuldig, meiner Neugier schon gar nicht, denn die hätte tausend Möglichkeiten, mich in unheilvolle Situationen zu bringen, mich in Fallen zu locken und sich zu rächen. Möglicherweise tut sie das auch schon längst. Das würde die eine oder andere schlampige Skizze im Bilderbuch meines Lebens erklären (FSK26).

Aber eigentlich wollte ich nicht über Neugier sprechen, sondern über Ammenmärchen. Das Wort Ammenmärchen ist vermutlich nicht mehr in Verwendung, schließlich ist der Beruf der Amme zumindest hierzulande schon eine Weile nicht mehr gefragt. Wie ich an dieses Thema geraten bin, weiß ich nicht, aber heute Vormittag fiel mir wieder ein, dass man früher jungen Männern Masturbation verboten hatte, zumindest wurde ihnen dringend davon abgeraten, vorgeblich aufgrund medizinischer Bedenken, Um Satan in Schach zu halten, wurde von klerikal-konservativen Kreisen verbreitet, Masturbation würde zu Rückenmarkschwund führen.

Nun kommt doch wieder die Neugier ins Spiel. Mich würde interessieren, welcher degenerierten Kreatur so etwas Abartiges einfällt wie Rückenmarkschwund! Wer ringt so lange mit Phantasien von onanierenden jungen Männern, bis sich diese Gedankenphimose zu einer Obsession verengt und in den Visionen des Eiferers ein gerecht strafender Gott erscheint, um das Rückenmark dieser versauten Sünder zu konfiszieren?

Worauf ich hinauswill: Unsere Welt, wie wir sie kennen, wurde uns von unseren Ahnen übergeben. Das bedeutet, die Welt, wie wir sie kennen, wurde geplant und geprägt von Menschen mit einem recht fragwürdigen Verständnis der Wirklichkeit: Die einen waren beseelt von der Aufgabe, jungen Männern die einzige Freude zu nehmen, die bis zur Erfindung des Fernsehens am Ende des Tages auf sie wartete, und die anderen hatten Angst, sich selbst sexuelle Ausgeglichenheit zu bescheren, weil sie fürchteten, ihre Wirbelsäule könnte deswegen schmelzen. Die dritte Gruppe waren die Frauen, die offenbar nach Ansicht der Männer entweder keinen Sexualtrieb oder kein besonders wertvolles Rückenmark hatten. Ist es im Grunde nicht erstaunlich, dass unsere Handrücken beim Gehen nicht mehr den Boden berühren?

Eigentlich habe ich wenig Anlass, mich über frühere Generationen lustig zu machen. Als ich zehn oder elf war, brachte ich es monatelang nicht fertig, mir einen runterzuholen, weil ich fürchtete, der Geist meiner verstorbenen Großmutter könnte unsichtbar in einer Ecke stehen und mich fassungslos und angewidert beobachten. Sonderbarerweise hat sich mir nie die Frage aufgedrängt, ob die Geister verstorbener Familienmitglieder wirklich den weiten Weg vom Jenseits zurück zu den Menschen auf sich nehmen würden, nur um ihren Urenkeln beim Masturbieren zuzuschauen.

Die Wahrheit ist: Menschen glauben alles. Alles. Man kann ihnen alles erzählen, früher oder später werden sie es glauben. Zum Glück, denn deswegen ist es auf der Welt ja manchmal auch sehr lustig.

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im Seehof

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① Zimmer, Suiten

Seit über 300 Jahren gibt es den Seehof. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts war das Haus als Gaststätte und Pension für die Sommerfrische beliebt. Eine Zentralheizung brauchte man dafür nicht. Die kam erst in den 1970er Jahren im Rahmen eines großen Umbaus unter der Leitung von Sepp’s Eltern, Karola und Franz Schellhorn. Ab diesem Zeitpunkt war der Seehof nicht nur wintertauglich, sondern ein 4 Sterne Hotel. Sinn für das Schöne hatte man schon damals: Gestaltet wurde das Haus von Ilse Henning, einer Schülerin von Adolf Loos. Sie stattete das Haus mit Josef Frank Vorhängen und den ersten IKEA Möbeln aus.

Bei einem derart traditionsreichen Haus ist es eine besondere Herausforderung, alles Gute behutsam zu bewahren und dennoch am Puls der Zeit und einzigartig zu bleiben. Mein Mann Sepp ist ein leidenschaftlicher Kunstsammler und Impulsgeber. Ich bin die Kreative und setze unsere Ideen um beziehungsweise ins Rampenlicht. Viele Zimmer haben wir gemeinsam konzipiert und gestaltet – eine Arbeit, die uns immer wieder große Freude bereitet.

Heute – viele Renovierungen, Umbauten, Neugestaltungen und Ideen später ist kein Seehofzimmer wie das andere. Und jedes Zimmer erzählt auch eine kleine Geschichte über unser Haus. Eins haben sie alle gemeinsam: Wohnkomfort, Sinn für das Schöne, hochwertige Materialien und liebevolle Details. 

In diesem Sinne: Come an d. See!

Ihre Susi Schellhorn

② See

Fantasie ist etwas, das sich viele gar nicht vorstellen können
See Suite
See Zimmer
See Zimmer

Die Zimmer und Suiten mit Balkon und herrlichen Blick über den Goldegger See sind besonders erholsam und bei unseren Gästen sehr beliebt – vielleicht auch wegen der wunderbaren Morgensonne. Im obersten Stock kann man schon beim Zähneputzen durch das Glasbadezimmer auf den See schauen, bevor einen die Lust packt, hineinzuspringen. 

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③ Schloss

Wir sind hier nicht bei 
wünsch-dir-was 
sondern bei so isses
Schloss Zimmer
Schloss Zimmer
Schloss Zimmer

My home is my castle… Von den geräumigen Juniorsuiten genießt man einen herrlichen Blick auf das legendäre Schloss von Goldegg und Emmis Bauerngarten mit seiner bunten Blumenpracht. Das Highlight dieser Juniorsuiten ist ihre Größe mit fast 40 m² und ihre Helligkeit und, nicht zuletzt, eine gemütliche Chaiselongue für das perfekte Nachmittagsschläfchen.

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④ Kunst

Kunst vermehrt Schönes
Kunst Suite
HELMUTS Art Suite kuratiert von BLK River. Aktuelle Ausstellung: Christian Eisenberger, aktuelle Wandfarbe: grau
Angelika Taschen Suite
Kunst Suite
Architekt Josef Meier Scupin
Kunst Suite
Kunst Suite
Kunst Suite

Bei einer unserer größten Renovierungen des Altbaus aus dem 17. Jahrhundert entstanden zwei wunderschöne KUNST Suiten. Eine wurde von meiner Freundin ANGELIKA TASCHEN wunderschön gestaltet, unter anderem mit Fotografien von @Kirsten Becken.

Die zweite – HELMUTS SUITE“ – wurde eine GALERIE SUITE, gestaltet von @BLK River, @Johanna Lackner und @Sydney Ogidan. In dieser Suite finden laufend wechselnde Ausstellungen statt, derzeit von Christian Eisenberger. Übrigens: In Helmuts Suite wechseln nicht nur die Kunstwerke, sondern auch die Wandfarbe. Derzeit ist der Raum in einem zarten Grau gehalten.


Kunst Zimmer
Kunst Zimmer
Kunst Zimmer

Das erste verrückte“ Zimmer, welches Sepp und ich vor vielen Jahren gemeinsam entworfen haben, ist das sogenannte Fischerzimmer“. Sepps Großvater Josef Gesinger war der Betreiber der Badeanstalt, das damalige Moorbadehaus am Goldegger See. Dort konnte man in Badewannen heilende Moorwasserbäder nehmen. Nachdem wir gemeinsam Fischblinker am Flohmarkt in New York entdeckt haben, war es Sepps Idee, seinem Vorvorgänger als Seehofwirt und leidenschaftlichem Fischer ein Denkmal zu setzen. So entstand das Fischerzimmer mit einer freistehenden Badewanne auf Mondholzboden und den wunderschönen Fischblinkern in einem Glaskasten.

Zimmer 112 wurde von einem unserer Stipendiaten und Künstler Freunden DEGENHARD ANDRULAT gestaltet. In einem meiner Lieblingszimmer 136 hängen Arbeiten von Siegfried Anzinger. Die Arbeiten von Klaus Fussenegger – Lieblingskünstler meiner Schwiegermutter Karola Schellhorn – findet man in Zimmer 135.

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⑤ Eins plus Eins

Wenn Sie Frühstück im Bett wollen, dann schlafen Sie in der Küche
Eins + Eins
Eins + Eins
Eins + Eins

Perfekt für Singles und Verliebte oder einen Erwachsenen mit Kind. Alle Betten sind mindestens 1,20 m breit und sehr gemütlich. Und manche haben sogar einen Balkon mit Blick zum See.

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im Seehof

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① Gereifter Käse, junges Gemüse

Wir sind der Gegenentwurf
Sepp
Unser Glashaus im Seehof-Garten

Der Feine tritt ab

Rene Leitgeb, unser langjähriges Rückgrat in der Küche des Seehofs und beinahe Familienmitglied, hat sich im Herbst 2020 dazu entschlossen, beruflich noch einmal andere Wege einzuschlagen und uns mit Ende des vergangenen Jahres verlassen.

Da Rene aber mit insgesamt 14 Jahren Seehof, im Dienstjahres-Ranking nur knapp hinter Susi und Sepp jedoch vor Musti (wer kennt Musti noch?) liegt, sei ihm das Erreichen anderer Ufer wohl vergönnt. 

Er war – wie viele seiner Generation und aus dieser Schule (Wörther und Witzigmann) – ein wahnsinnig gefühlvoller, guter, kochender Wahnsinniger. Nicht nur das, Rene wird immer Teil der Seehof Familie bleiben und uns hoffentlich ab und an besuchen um seinen Senf dazu zugeben.
Hiermit sei ihm für seinen Einsatz und seine feinfühlige, gute Art noch einmal recht herzlich im Namen der gesamten Familie gedankt!

APFELMUS

Apfelmus war auch schon mal mehr im Gespräch. Es gibt wieder einen Grund darüber zu reden, dazu komme ich aber noch. Essen als gemeinschaftliches Ereignis ist vielleicht in ein bis zwei Jahren so abgedroschen, wie Nudeln in kochendem, gesalzenem Wasser zu kochen. Das macht man nämlich jetzt, indem man die Pasta ungegart mit all Ihren Zutaten in einen Druckkochtopf gibt und so alles miteinander al dente“ kocht.

Die Gemeinschaft die beim Essen entstehen soll, ist für viele erst seit ein paar Jahren wieder ein Thema, nachdem es auf Social Media langweilig wurde und sich The Naked Chef“ von Jamie Oliver nicht sonderlich im Gedächtnis gehalten hat.

Die alte, bäuerliche Tischkultur, bei der das Essen in großen Gefäßen auf den Tisch gestellt wurde – hieß spätestens nach der Offenbarung der vermeintlich Israelischen Küche und dem Trend Hummus im Supermarkt zu kaufen um ihn auf einem lustigen Teller anzurichten und in der Mitte des Tisches einzustellen: shared plates“. Ein festliches Ereignis. Essen teilen.

Was man seit Ewigkeiten, aufgrund unzureichender Mittel (Geschirr, Besteck, Wasser etc.) eh immer schon gemacht hat, wurde so wie sehr viele Dinge durch unsere, sich immer verändernde Sprache und Lebensweisen, neu getauft und somit neu entdeckt.
Vielleicht wird es (noch) geselliger als bisher, fest steht: Es bleibt fein.

Jakob Wieland und Luc Liebster

Jakob Wieland, ist ein alter Bekannter. Er war bereits zweimal in der Seehofküche stationiert, zuletzt als Sous Chef von Rene Leitgeb 2018. Davor und dazwischen versuchte Jakob sich zaghaft in das Gebiet der Instagram-Fliegenfisch-Blogger förmlich einzufischen. Dass es ihm nie gelungen ist, haben wir Gott (kann auch ein Stein oder ein anderes Objekt sein…) zu danken. Es wäre der Gastronomie ein zu talentierter Koch abhanden gekommen, und der Bloggerindustrie in die Arme gelaufen.

Luc Liebster, ist Schweizer. Das ist ein krasser Einstieg. Aber besser krass als langweilig. Luc ist in der Galerie seiner Eltern aufgewachsen und wurde von den Großeltern bekocht. Also eigentlich fast so wie ich.
Während ihrer letzten Station, bei Birgit und Heinz Reitbauer im Steirereck in Wien, lernten sich die beiden kennen und wie es der Hecht nunmal will, übernehmen sie gemeinsam ab April 2021 die Küche im Seehof.
Der Seehof entwickelt sich also, wie gewohnt, wieder weiter. Das Küchenteam wird jünger und so auch die Art des Essens und vorallem das Erlebnis per se.

Die Lieblingsgemüsesorten von Jakob und Luc unterstreichen jedenfalls schon mal die Bodenständigkeit der Jungs: Kürbis und Artischocke.

Bei Ersterem ist es die Vielseitigkeit, die ihn laut Jakob so interessant macht. Bei der Artischocke, die Kindheitserinnerung, der Geschmack wenn die Blätter nach dem Bad in der Eiervinaigrette ausgezutzelt“ werden und die schlichte Schönheit der Blume.

Wenn jetzt noch Ihre Lieblingsgerichte, nämlich das Erdäpfelrösti mit Sauerrahm („weil es nicht viel mehr braucht“) und die Älpler Makkaroni mit Apfelmus den Weg auf die Karte schaffen, haben auch die Burschen ihren Einstieg geschafft.
Ein gutes Apfelmus ist jedenfalls, so habe ich es gelesen in manchen Regionen der Welt (Schweiz?), so etwas wie ein Lebenselixier. So wie bei uns der Birnenschnaps am 1. Januar.

Bei beidem, solange das Produkt gut ist, kann man beim Verzehr wirklich nicht mehr viel falsch machen.


In diesem Sinne,
Auf in Neue Gewässer!
Schiff Ahoi!

Der letzte Schliff“ Felix Schellhorn in der Seehof Küche
Karola Schellhorn mit ihrem weltberühmten Schokomousse

② Gutes Brot

What About Bread“

Als ich das letzte Mal what about“ in das Google Suchfeld eingegeben habe, kam als erster Vorschlag: what about real life“. Ja, what about it?

Real life bedeutet jedenfalls übersetzt reales Leben und wird nur deswegen in den Jugendzentren und Bushütten am Land und in den Bergen verwendet, weil die Kids von heute relativ viel im unreal life“, zwischen likes, reels und snaps abhängen.

Dass what about real life“ jedoch als erster Vorschlag im Google Suchfeld aufscheint, könnte jedenfalls auch bedeuten, dass nicht nur die Kids, sondern auch wir Erwachsenen in einer Art fake bubble“ abschimmeln. (Bitte entschuldigt meine Jugendsprache.)

Naja, egal. Ein Indiz für real life“ ist im Seehof das Brot.

Und weil sich Jakob und Luc schon den ganzen Frühling Gedanken darüber machen und sogar schon mit der Idee spielten Ihre neuen Brote aus dem Kofferraum Ihres Autos zu verkaufen, hat sich die Idee eines mehr oder weniger experimentellen Videos über die Entstehung dieser Brote entwickelt.

Umgesetzt wurde das Projekt von Francesca Centonze und Daniel Stolzlederer.

Beide studieren mit mir (Felix) in der Transmedialen Kunst Klasse von Brigitte Kowanz.

Francesca ist Videokünstlerin aus Triest, sie liebt Baccalá Mantecato und guten Wein.

Daniel ist Soundkünstler, der sich von zeitgenössischer Musik bis Sound-scaping mit allem beschäftigt, was in der Kunst gerade Sache ist.

Wir freuen uns, Euch bald wieder die Butter aufs Brot zu schmieren.

Wie heisst es so schön?
Vom Essen kommt der Hunger!
In diesem Sinne, Bon App!
Felix

③ Die Grünen

Fast zeitgleich mit dem Brotbackofen begannen wir mit dem Gemüseziehen. Und wie klassische Hobbygärtnern erst einmal mit einem 4 x 2 m kleinen Kräuterbeet. 

Als wir den Garten vergrößern wollten, kam unsere Freundin Petzi aus Salzburg zu Hilfe. Sie kenne da jemanden, der uns dabei vielleicht unterstützen könnte. So lernten wir Dominik kennen. Im echten Leben ist er Osteopath, praktiziert in Salzburg und lebt mit seiner Lebensgefährtin und seiner Tochter in einem kleinen Haus mit großem Garten ausserhalb der Stadt. Er war im Kleinkindalter schon immer im Garten seines Großvaters und hat durch seine Gabe, ganzheitliche Systeme zu verstehen und sie richtig und praktisch zu behandeln, seine beiden Leidenschaften zu seinem Leben gemacht. 

Dominik im Garten

Seitdem kommt Dominik regelmäßig, nachdem der letzte Schnee geschmolzen und der Boden weich ist, um die vielen maintenance & reinforcements im Garten durchzuführen. Und er gibt den Grünen im Seehof – also allen unseren Köchen, die am Garten mitarbeiten – wertvolle Tipps, was wann bereit für die Ernte sein wird.

Mit Dominiks Wissen konnten wir den Gemüsegarten stetig erweitern, und mittlerweile ist aus dem kleinen Kräuterbeet ein 900 m² großen Gemüsegarten mit Glashaus und Erdkeller geworden. Dort wachsen Kraut und Rüben, Salat, Kürbis, Zucchini und vieles mehr. Anstatt chemischer Spritzmittel oder Pestizide setzen wir auf Beetrotation und Fruchtfolgeprinzip.

Die Grünen bei uns sind also all jene, die sich mit Gemüsegärten auskennen, in unserem Garten arbeiten, oder ihn einfach gerne ansehen und sich daran erfreuen. Grün sein ist einfach und schön!

P.S.: Wir wissen nichts über Dominiks politische Vorlieben oder gar sein Wahlverhalten. Das ist uns auch nicht wichtig. Denn wir wissen sehr wohl, was wir an ihm und seinen beiden grünen Daumen haben. Danke Dominik!

④ Kochwein

Es ist das wie, das das was veredelt

Die Weinkarte im Seehof ist unprätentiös, unkompliziert, kompromisslos. Von oldschool french“ bis funky natural“ ist für alle etwas dabei. Verantwortlich für die Karte ist Johannes Schellhorn. Johannes lebt in Berlin und führt dort gemeinsam mit Willi Schlögl die Freundschaft“, eine großartige Weinbar in Berlin Mitte. Und weil Freundschaft für uns mehr bedeutet als ein Grußwort, findet Johannes auch für den Seehof regelmäßig Schätze, die die Herzen der Weinliebenden schneller schlagen lassen.

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① Verzauberungsanstalt

Die Verzauberungsanstalt ist ein Begriff unseres Freundes Michael Fleischhacker, den er für diesen Ort gefunden hat. Dieser Wortkünstler hat diesen Begriff, so glauben wir, nicht zufällig so gewählt und einfach hingeschrieben. Es ist ein anderer Ort, der Seehof. Christoph Schlingensief – eines seiner Kunstwerke hängt übrigens im Blauen Salon“ – hat einmal gemeint: Das Nichts ist oft mehr als das Alles“. In der Verzauberungsanstalt werden Sie nicht alles finden, was Sie woanders suchen, auf alle Fälle werden Sie das Nichts finden. Nichts tun trägt oft mehr zur Sinnstiftung bei als das Alles tun zu wollen. Wir versuchen Ihnen einen sinnstiftenden Aufenthalt zu bieten. Mit Kunst an den Wänden, Literatur, philosophischen Gesprächen und Diskussionsrunden und unseren Beitrag einer sinnstiftenden Form bei der Verabreichung von warmen Speisen und kalten Getränken“ wie es Thomas Bernhard mal so schön treffend formuliert hat. Die Verarbeitung von ausschließlich regionalen Produkten trägt genauso dazu bei, wie mal eben Nichtstun. Es war mal die Frage eines Gastes: Was kann ich bei euch tun? Susi meinte : Nichts! Wie treffend und eigentlich auch neugierig sinnstiftend. Und wir können uns nur dem amerikanischen Autor Wallace Stevens anschliessen, wenn er schreibt: Vielleicht hängt die Wahrheit von einem Spaziergang um den See ab.“

Bis bald im Seehof!

Ihre Sepp & Susi Schellhorn und das Seehof Team

Denn was ist, ist niemals alles.

② Kunst, Literatur

Atelier
Alte Stube aus dem 17. Jahrhundert
Aus Liebe zur Sucht

Wir sind süchtig. Wir sind süchtig nach allem, was uns in irgendeiner Weise glücklich macht. Zum Beispiel gehört dazu der Kontakt zu Menschen, besonders wenn es liebe Menschen sind, die an das Gute glauben. Ein gewisses Suchtpotenzial zeigt sich auch in unserer Suche nach Qualität. Aber es ist kein Stein der Weisen, dem wir manisch nachjagen. Vielmehr handelt es sich um ein Konglomerat an Qualitätsquellen die irgendwann in den Gebirgsbach münden, der wiederum unaufhaltsam in Richtung des großen Wasserfalls namens Lebensqualität fliesst.

Halten wir also fest:

Wir lieben hochwertiges, persönliches Service.
Wir suchen und finden gut ausgewählte Produkte, vor denen wir vollen Respekt haben.
Wir machen keine Abstriche in der Qualität der Zeit.

Wir nennen diese Sucht auch die Sucht nach Zusammenleben, Zusammenstreben oder: die Sucht nach Kultur. Kultur ist für uns die Summe dieser guten und schönen Dinge.* Weil oft nicht von vornherein feststeht, worin sich das Gute und das Schöne konkret äußern, wird im Seehof ab und an diskutiert. Mal heftiger, mal sanfter. Und da bekanntlich beim Reden die Leute zusammenkommen”, gehört das Reden zum Seehof wie das Essen und das Trinken. Dabei lernen wildfremde Menschen sich selbst und einander kennen und schätzen. There are a lot of good people around” – leuchtet es verheißungsvoll von der Fassade.

Das spürt man im ganzen Haus. Für viele good people ist der Seehof Sehnsuchtsort und Inspirationsquelle – eine Verzauberungsanstalt eben. Und das Bindeglied hierzu ist die Kunst. Die Kunst – ob festgemacht an den Wänden oder spürbar bei einem der zahlreichen Konzerte, Lesungen, Symposien, Festivals – spricht ihre ganz eigene, codierte Sprache und macht uns immer wieder auf subtile Art und Weise klar:

Egal was und wer Du bist, egal was und wovon Du sprichst und egal was Deine Sucht ist: Lean back. Relax. Take it easy. Das Schöne und das Gute sind näher, als Du denkst!“

* Klar ist Kultur auch die Zusammenkunft der Gegenpole dieser Dinge, jedoch nicht im Seehof. Die Gegenpole würden uns nicht in die Sucht treiben. Sie helfen uns nur dabei, unsere Sucht noch mehr zu lieben und uns an ihr festzuhalten.

③ Stipendien

Unser Haus lebt mit den Künstlern und in unserem Haus lebt die Kunst. Unsere Gäste rechnen damit, dass ihnen gelegentlich Herz und Hirn aufgerissen werden, damit Luft und Licht hineinkommen.

Ich habe im Seehof im Spätsommer zwei Monate verbracht und jeden Tag, öfter auch allein, im hauseigenen Restaurant Hecht” gegessen. Der Abend begann stets an der Bar mit einem Gin and Tonic und kleinen, gemeinen Vorspeisen (unter anderem Bauchspeck). Der Barkeeper trägt den bernhardesken Namen Toth. Herr Toth schenkt Vogelbeerschnaps aus großen, grünen Flaschen ein, von denen sich seit Jahren immer mehr in den Wandregalen sammeln. Wer hier ebenfalls verkehrt, ist der Schauspieler Ben Becker, der den Tod beim Jedermann in Salzburg spielt. An einer Wand im Restaurant prangt über den Gästen – sehr groß, damit es jeder lesen kann – eines jener Zitate von Bernhard, in denen es um Stumpfsinn, Selbstmord und Salzburg geht. Und um den Tod.

Das Hecht ist ein modernes und zugleich bodenständiges Lokal. Gegessen habe ich dort immer gern. Dabei kann, wer im Wissen anreist, dort einige Zeit lang essen zu müssen, es zunächst mit der Angst zu tun bekommen. Denn manche Gerichte klingen durchaus brutal. Kann man täglich Nieren im Fettrand essen, paniertes Hirn, Kalbsrahmbeuschel? Das Restaurant hält stets eine eigene Innereienkarte bereit, und Schellhorn, der haubendekorierte Koch, sagt dazu: für meine gichtkranken Gäste. Eine Zeit lang habe ich dort Stierhoden gegessen, aber die hat die Familie Schellhorn im Privaten zubereitet.

In Wahrheit bietet die tägliche Speisekarte das Gegenteil von rustikal-schwerer Kost. Das Fleisch stammt stets aus der Nähe, der Hecht kommt aus dem Moorsee, der direkt vor dem Gasthof liegt und dem Restaurant seinen Namen gegeben hat. Manchmal habe ich mit den Schellhorns zusammen gegessen, oft aber brachte mich, wenn ich allein war, der angenehme und immer abwechslungsreiche Rhythmus der Speisenabfolge durch den Abend. Ich habe mal vorgefragt, was es dieses Jahr an Silvester gibt. Schellhorn wird unter anderem eisgefischte Krebse aus dem Moorsee zubereiten, Saiblinge auf eigenem Kaviar, Filets vom Pinzgauer Rind. Zwischen den Jahren versammelt sich um das Wirtspaar eine Runde hartgesottener Feiertagsflüchtlinge zu einem, wie es heißt, ganz fürchterlichen Besäufnis”. Ideal”, würde Bernhard sagen.

Es gibt im Hotel übrigens auch eine Bernhard-Suite. Dort schaut ein Bernhardporträt den Gast prüfend an. Der Gast kann alternativ auf den Moorsee schauen. Morgens dampft er mysteriös. Im Goldegger Moorsee sollen noch drei Leichen liegen. Wer in aller Frühe aufsteht, sieht ein Ruderboot auf dem See. Das ist meist der Wirt. Der fischt allerdings nur die Hechte heraus.”

Schriftsteller Andreas Maier, erster Stipendiat im Sommer 2011

Stipendiatenwohnung

④ Wir schaffen das

  • Martina HagerDirektorin

  • Jakob WielandChefkoch

  • Luc LiebsterChefkoch

  • Javed NazariCapuccino König

  • Christine BubendorferEmpfang

  • Seehof Team

  • Ramiz MujarizHausmeister

  • Andreas Pointner

  • Familie Schellhorn

Ein wohlig-heimeliger Duft von frischen Blumen. Vermischt mit dem angenehmen Röstaroma von Kaffee. Ein altes gewachsenes Haus, das in fünfter Generation geführt wird und doch jung geblieben ist. Mit Räumlichkeiten die verzaubern. Mit ausdrucksvollen Farben und Kunst an den Wänden. Mit viel Liebe zum Detail und Mut. Auch zur Kontroverse, wenn es sein muß. Ganz ehrlich: Wer möchte hier nicht sein?

Die Verzauberungsanstalt ist eine Gemeinschaft aus Gästen und Gastgebern. Dazu gehört wesentlich ein Team mit Herz und Verstand, das sich mit viel Schwung und Elan, Witz und Charme darum kümmert, dass der Seehof ein Erlebnis wird. Wohlbefinden für alle, die hier verweilen, lautet das oberste Credo. Wir inspirieren einander, diskutieren, bereichern, fordern uns selbst und einander, und ja, manchmal ecken wir auch an. Wir sind nicht aalglatt, sondern mögen unsere Ecken und Kanten. Und unsere Gäste mögen sie auch.

Die Seehof-Community ist weltoffen und herzlich. Wir sind eine Gemeinschaft, die wächst und sich entwickelt. Susi und Sepp Schellhorn sind Impulsgeber und schaffen den Raum, in dem sich Gleichgesinnte vereinen. Immer wieder kommen neue Menschen dazu und bereichern das Haus mit ihren Talenten und Persönlichkeiten. Sie alle sind Teil der Atmosphäre und der besonderen Stimmung im Haus. Es ist eine Stimmung, die uns anregt, Grenzen zu vergessen, zu überwinden, zu übersehen und hinter uns zu lassen. Eine Phantasie, die sich immer weiter öffnet und die in dem das Bewusstsein und der Stolz, auf das was wir tun, lebt:

Martina Hager und das Seehof Team.

Wir schaffen das!

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⑤ Nachtportier

Der Nachtportier hat bei uns eine ganz besondere Bedeutung, er schreibt, er ist nicht nur Wächter der Nacht, des betreuten Wohnens, der Nachtportier Thomas Glavinic liefert pünktlich am Samstag um 12:00 seine Kolumne ab. Wobei. 

Sie kommen im Laufe des Nachmittags an, die Verspätungen sind mit Begründungen gepaart, das dann wiederum ein anderes Buch wird, aber sie langen termingerecht am Samstag ein, damit die Freunde des Seehofs sogleich am Sonntag lesen können. Hier ist Der Seehof einzigartig und der grossartige Thomas Glavinic als Schriftsteller zaubert mit in der Verzauberungsanstalt. 

Zur Kolumne

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Shop

① Online-Shop

Einige fanden, man könne diesen Text überhaupt weglassen. Ihnen wäre lieber gewesen: sofort shoppen! Manchmal bedarf es aber einer Erklärung, was man von einem Shop erwarten darf. Wir haben ausgewählte Produkte von Freunden, Marken, die wir cool finden und natürlich Hausgemachtes in unserem Onlinesortiment. Man könnte sagen, es ist ein gut sortierter Plattenladen. Ohne Platten halt – dafür mit vielen anderen tollen Dingen.

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